Unabhängiger Verband junger
Medienmacher in Hessen


Ausgabe vom 30.07.2010
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"Könnt ihr Watergate buchstabieren?" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Nele Balser   
 Das fragte die amerikanische Journalistin Ann Alguist zum Auftakt ihres Referats über investigativen Journalismus in den USA. Natürlich konnten das die Teilnehmer des Seminars über „Journalismus in Amerika- die amerikanische Medienlandschaft“. Schließlich hatte man am Abend zuvor den Film „All the President’s men“ gemeinsam gesehen und heiß diskutiert.

Die Referentinnen Ann Alquist und Naomie Kresge hatten nämlich ganz unterschiedliche Auffassungen, ob und wie die „Watergate- Affäre“ das Verhältnis zwischen Journalisten und Politik verändert hat.

Doch nicht nur „Watergate“ war Thema des zweitägigen Seminars der Jugendpresse Hessen in Kooperation mit dem amerikanischen Generalkonsulat und der hessischen Landeszentrale für politische Bildung: Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch Zeitungen oder wird das Internet sie irgendwann ganz aus unserem Alltag vertreiben?

 Hier waren sich die Teilnehmer zwischen 15 und 23 Jahren ziemlich sicher. Die Tageszeitung bleibt. Noemi Kresge ergänzte hier: „Newspapers have to look for new ways to stay profitable. That won’t be easy, but they’ll never die out. Remember, newspapers belong to our democratic system!”

Klaro bei einem deutsch- amerikanischen Seminar war auch Englisch Diskussionssprache. Doch Angst musste niemand haben, denn auch die amerikanischen Referentinnen versuchten sich an der deutschen Sprache und Ann Alquist hielt sogar ihre Referate auf Deutsch.

Nach dem Kennen lernen, dem ersten Vortrag und dem Film am Freitagabend wurden in Darmstadts Kneipen noch bis spät in die Nacht weiterdiskutiert. Ob Watergate, amerikanische Politik, journalistische Erfahrungen oder das Internet als neues Massenmedium, die Referenten, Gerhard Wiesinger und Joshua Kennedy vom amerikanischen Generalkonsulat standen auf Deutsch und Englisch Rede und Antwort.

 Frisch erholt ging es am nächsten Morgen in Darmstadts schöner Jugendherberge am See weiter. Jetzt war es an den Teilnehmern ihre Wahrnehmung der heutigen Medienlandschaft zu beschreiben. Die Jungredakteure kritisierten die immer schneller werdende Gesellschaft, die zu einer totalen „Reizüberflutung“ führe und man sich Ruhe und Beständigkeit zurückwünsche. Werden irgendwann Google und Amazon die Welt regieren, wenn wir uns nicht rückbesinnen? Oder müssen wir einfach lernen, mit der Flut von Nachrichten fertig zu werden und sie für uns zu filtern?

Hier fanden Teilnehmer und Referenten keinen Konsens.

Doch in der Frage, ob sie noch einmal an einem solchen Seminar teilenehmen würden, waren sich die Jungjournalisten einig. Denn diese zwei Tage in Darmstadt bleiben in Erinnerung!
 
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