| „Genieß jeden Moment“ |
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Max Riemelt, Hauptdarsteller im aktuellen Film „13 Semester“ sprach mit Redakteuren der Jugendpresse Hessen über Schlafentzug, die Audimaxszene und warum er Narben vom Dreh getragen hat. „Der Film ist die erste deutsche Studentenkomödie, die witzig und authentisch ist!“, schließt Max Riemelt das Interview Interview mit Max Riemelt- Hauptdarsteller des Films „13 Semester“
Jugendpresse Hessen: Was hälst du von Momo? Max Riemelt: Momo ist echt cool, könnte ich mir als Freund vorstellen.
JPH: Wird Arnd nicht manchmal nervig? Riemelt: Arnd wird nie nervig. Es gibt so Leute, die können einem noch so sehr auf den Geist gehen, aber irgendwie hat man sie trotzdem immer gern.
JPH: Was hälst du von dem Film als Endprodukt? Riemelt: Ich bin stolz auf den Film. Die Arbeit hat sich gelohnt, dafür dass der Dreh doch ziemlich heftig war. Mich zu überzeugen ist eine der schwersten Sachen, besonders, wenn ich selbst mitgespielt habe. Ich bin sicherlich mein größter Kritiker. Das Drehpensum war einfach krass, in 32 Tagen einen kompletten Kinofilm zu drehen ist echt hart. Wer schon mal einen Kinofilm gemacht hat, weiß das. Das sind so bis zu 80 -Stunden -Drehtage. Man kam kaum zum Schlafen, außerdem ist da noch meine Tochter zur Welt gekommen. Ich bin hin- und hergeflogen und war immer total müde, so dass ich echt auch manchmal vor der Kamera eingeschlafen und krank geworden bin. Das war recht heftig.
JPH: Wie hat dir Darmstadt als Drehort gefallen? Riemelt: War nicht anders als woanders, man ist fokussiert und hat die Scheuzklappen auf. Manchmal öffnet man sich, aber nur selten. Man arbeitet ja hauptsächlich. Es war auf jeden Fall ein angenehmes Ambiente.
JPH: Gibt es nen Lieblingsort? Riemelt: Der Park vor der Uni und das Freibad mit dem Naturbecken waren echt cool.
JPH: Würdest du in Darmstadt studieren? Riemelt: Würde ich nicht ausschließen, aber ich würde kein Wirtschaftsmathe studieren wollen. Ich hab ne ziemlich romantische Vorstellung wie es ist zu studieren.
JPH: Bist du jetzt desillusioniert? Nein, nicht durch den Film. Aber wenn man darüber nachdenkt, ist es halt wirklich harte Arbeit. Ich würde was kreatives wie Kunst studieren, vielleicht auch Sport oder Psychologie. Aber ich weiß auch nicht, was es ausmacht, wie die Figur im Film kommt man wohl erst drauf, wenn es zu spät ist. Aber mal studieren, um es erlebt zu haben, wär schon was!
JPH: Was hat dir am Studentenleben Spaß gemacht: Riemelt: Ne Wg mit allen gemeinsam ist ziemlich cool und auf jeden Fall die Mensa, da ist's schön laut und voll und man hat viele Leute zum Gucken. Auch das Audimax war daher cool, also alle Orte, wo viele Leute sich tummeln, obwohl auf Dauer nervt das sicher auch. Die Audimaxszene war total aufregend, so viele Leute unter einen Hut zu kriegen, zusätzlich noch Aufmerksamkeit zu fordern, das war schon wirklich ein Kunststück. Man sieht, wie viel Liebe und Idealismus in diesem Film stecken, das hat sich voll ausgezahlt.
JPH: Fühlt man sich da noch wie ein Schauspieler in der großen Masse oder wird man schon einer von den Studenten? Riemelt: Wenn man nicht die Anweisung bekommen würde und was zu arbeiten hätte, dann könnte man in der Sache schon aufgehen. Aber das steht nun mal. Man hat gar nicht die Zeit in so Gedanken zu schwelgen, weil man auf den Punkt arbeiten muss, um das Arbeitspensum zu schaffen.
JPH: Hast du eine Lieblingszene? Riemelt: Nicht wirklich, weil alles aufeinander aufbaut und so liebevoll gestaltet ist, aber das Ende ist wirklich schön, wenn es dann zur Hochzeit kommt und alle tanzen. Das ist eine sehr schöne Szene, die mich auch sehr stolz macht.
JPH: Gedanken zum hessischen Dialekt? Riemelt: Dialekte spielen für mich keine Rolle mehr, aber es ist ein sehr sympathischer Dialekt von den richtigen Personen gesprochen. Gibt auch Nervensägen. Aber ich beherrsche ihn überhaupt nicht, dazu fehlte mir bisher einfach die Zeit.
JPH: Hattest du auch schon mal witzige Geschäftsideen? Riemelt: Ich hatte nie wirklich Geldmangel, nie wirklich Mangel an sich. Ist ja gar nicht wirkllich möglich in unserem Land. Es kam nie dazu, da ich glücklicherweise immer Jobs hatte, die ich annehmen durfte. Bin da ein ziemliches Glückskind und muss den Arsch nie selbst hochkriegen, sondern habe Jobs bekommen. Manchmal auch irgendwie schade, aber so is es gelofen *zwinkert* Ich hab ja schon mit 13 angefangen zu schauspielern. Ich wurde da hingeschickt, wusste selbst nicht so genau, um was es ging, aber ich wollte wohl was anders machen. Ich dachte immer, ich müsste so cool wie möglich rüberkommen, das war natürlich genau falsch und irgendwann war ich frustriert von dem Mist, weil ich schon wieder nach Hause geschickt wurde, dann hat es geklappt und ich hatte meine erste Rolle. „Zwei allein“ hieß die Serie. War auch sehr erfolgreich und da durfte ich immer weiterarbeiten und hatte Glück, dass ich alles, was dazu gehört gelernt habe und immer nette Leute hatte, die mich da begleitet haben, wo ich mitarbeiten durfte und die mir auch Sachen beigebracht haben. Das hat sich dann addiert und irgendwann durfte ich dann auch große Hauptrollen spielen.
JPH: Bist du schon ein alter Hase im Geschäft? Riemelt: Könnte man so sagen, was Drehpraxis angeht, sicher ja.
JPH: Welche Szene ist dir im Gedächtnis geblieben? Weil sie am lustigsten war oder am längsten gedauert hat? Riemelt: Nix *zuckt mit den Schultern* Wir hatten immer Zeitdruck, es war immer mit Stress verbunden, man musste auch oft improvisieren, ich war zwei- drei Tage vor der Szene am Wog gestürtzt mit dem Fahrrad und hatte da noch einige Narben davon. Das ist hängen geblieben, ich hab den Stunt- zack- selber gemacht und dann auch dafür bezahlt. Dann hat ich halt ne fette Wunde aufm Arm, und wir haben uns nen Kopf gemacht, wie kriegen wir die Wunde weg, haben wir nicht ganz geschafft, wer drauf achtet, sieht sie im Film auch.
JPH: Einer deiner härtesten Drehs? Riemelt: Defenitiv! Unerwartet und dann heftig.
JPH: Was ist dein Wachhaltemittel (im Film ist es Käffche)? Riemelt: Die Gedankenwelt hält einen wach und ein klares Ziel, viel Wasser trinken, selten nen Kaffee. Die Arbeit fordert ja ihren Tribut und ich war eine Woche ausgeschaltet.
JPH: Was gefällt dir an Momo, weil er dein Kumpel sein kann, was zeichnet ihn aus? Riemelt:Er ist ein offener, ehrlicher Mensch, der auf Leute zugeht. Sehr sympathisch, er ist sehr an Frieder Wittich orientiert, einfach der gewisse Charme und Witz. Das kann man oft nicht so genau sagen, manche Dinge sind unausprechlich, die sind da oder nicht. (lacht)
Riemelt: Was ist dein Lebensmotto? Riemelt: Genieße den Augenblick ist oberste Regel- fällt schwierig- jeden Moment bewusst erleben, um dann später mal auch noch was davon zu haben. Mehr bleibt ja nicht übrig. JPH: Wie könnte es mit Momo weitergehen? Riemelt: Momo ist ein Lebemann, vielleicht treibt ihn die nächste Idee woanders hin, wenn er Erfolg mit dem hat, was er tut, bleibt er wohl erstmal in Australien, studiert vielleicht da und lernt vielleicht da jemand kennen, vielleicht kommt auch Bernd vorbei.
JPH: Welche Lehre können die Zuschauer aus dem Film ziehen? Riemelt: Das zeigt doch ganz klar, dass man sich von dem, an was man sich festgeklammert hat, lösen können sollte. Durch so ne Erfahrung wird man offener und erfahrungslustiger. Da ist man mehr bereit Sachen in seinem Leben zu verändern.
JPH: Was nimmst du dir aus dem Film mit? Riemelt: Egal, wie man es sich vorgestellt hat, es kommt immer anders. Man sollte die Dinge nicht zu ernst nehmen, sondern relativ sehen. Dem Regisseur sollte man vertrauen, ich bin positiv überrascht von Frieders Arbeit.
JPH: Was macht den Film sehenswert? In drei Sätzen. Riemelt: Der Film ist zu 100pro authentisch. Der Film ist nicht platt in seiner Komödienhaftigkeit, weil die Personen ernst genommen werden. Der Film ist die erste deutsche Studentenkomödie, die diese zwei Dinge vereint.
JPH: Danke für das Interview!
Autorin:
Nele Balser Vorstandsmitglied der Jugendpresse Hessen e.V. arbeitet seit acht Jahren in einer Schülerzeitung, mittlerweile als Chefredakteurin. Sie arbeitet als freie Autorin für das Jugendmagazin „JUST“ und andere Veranstaltungszeitung. Kontakt: n [punkt] balser [at] jugendpresse [minus] hessen [punkt] de |